Liebenherr; halte uns in deinen armen

Herr Jesus,

Du hast uns gelehrt, als du dich an uns gewandt hat,
mit den Worten „Vater, der du bist in den Himmeln.“

Aber heute möchte ich mein Gebet an dich richten,
denn so wie ich, hast du im Gefängnis die Folter gekannt,
die Peinigungen, die Entwürdigungen,
die Enge bis zur Verzweiflung der Seele.

Ich möchte dir mein Herz öffnen und dir sagen
wie sehr wir uns all dessen schämen
was meine Mitmenschen dir angetan haben
und soweit gegangen sind, die an das Kreuz
zu nageln um dir einen langsamen Tod zu geben
inmitten grausamer Leiden.

Ich habe genug erfahren, um das
das Ausmaß deines Schmerzes auch nur zu erahnen.

Ich sage dir Dank, dass du mich unterstützt hast,
ermutigt hast und bei mir gewesen bist.

Bei jedem schmerzvollen Schritt auf dem Weg der Prüfungen
habe ich deine Gegenwart verspürt

Dieser Weg, der war nicht neu.
Du bist ihn vor mir gegangen und dein Geist
hat mich umgeben mit den Worten: du bist bei mir in der Bedrängnis,
aber habe Mut, ich habe die Welt überwunden !

Danke, Herr, dass du uns in deinen Armen hältst ! Amen.

Pfarrer, Theologe, überlebte die Folter in Uruguay,
als Flüchtling in Frankreich seit 1973