Gebet für Gefolterte, Folternde und Verteidiger

Jesus Christus,
DU bist den Weg von Misshandlung und Folter gegangen.
Hilf denen, die in die Hände von Folternden gefallen sind
und die vor Schmerzen schreien,
dass sie sich in DIR wieder erkennen können.
Stärke DU sie und wecke in ihnen die Hoffnung zu neuem Leben.

DU grenzenlos liebender Gott,
DU hast jedem Menschen eine unverlierbare Würde gegeben.
So hilf uns, dass es uns gelingt, eine schreckliche Tat abzulehnen,
ohne automatisch auch die Person, die sie beging, total zu verurteilen.
Wir hoffen immer noch, dass DU die Augen der Folternden öffnen und ihre
Herzen wandeln kannst.
Lass uns nicht aufhören, mit unseren Briefen die Verantwortlichen, die Folterungen befehlen oder dulden, mit den Menschenrechten zu konfrontieren.
Am meisten anbefehlen wir DIR die armen Kreaturen,
die oft aus existentiellen Nöten heraus zu Folternden werden.
DU, Gott, DU kannst den göttlichen Funken im Gewissen aller wieder entfachen, dass in ihnen die Sehnsucht nach Menschlichkeit und Liebe
stärker wird als ihr Hängen an der Macht oder als ihre Angst.

Gott, DU heilige Geistkraft,
wir danken DIR, dass DU immer wieder Menschen rufst,
die sich beharrlich – manchmal sogar unter Lebensgefahr –
für Menschenrechte und mehr Gerechtigkeit einsetzen.
Stärke sie in ihrem Einsatz
und lass sie bei Rückschlägen nicht mutlos werden.
Lass uns alle, die wir uns oft so klein und ohnmächtig fühlen,
spüren, dass wir durch DEINEN Geist weltweit verbunden sind
und bestärke uns in der Hoffnung, dass wir gemeinsam
als Glieder am Leibe Christi
an DEINEM Reich bauen.
Amen

nach „Eine Hoffnung in tiefster Nacht“,
FIACAT-Kampagne 2001, S. 31-35