Gebet

Herr, schau auf uns, gemeinsam stehen wir im Gebet vor dir:
Alle Völker der Erde leben unter der Sonne
mit dem gleichen Verlangen nach Würde, Frieden und Gerechtigkeit.
An so vielen Orten, Herr, wird die menschliche Würde mit Füssen getreten,
der Friede verletzt, und es fehlt die Gerechtigkeit.
Doch für all jene Menschen,
welcher Rasse und Religion sie auch angehören,
die mit all ihren Kräften kämpfen
gegen Verachtung, Krieg und Verweigerung der Gerechtigkeit,
für all diese Menschen preisen wir dich!

Die Regierungen, die Gesetzgeber, die Beamtenschaft
haben von dir den Auftrag erhalten, die Völker zu leiten
auf den grossen Weg des Friedens und der Eintracht.
In so vielen Ländern, Herr, ist die Autorität verkommen,
Recht in Willkür verdreht und die Macht in den Dienst des Übels gestellt.
Doch für all jene Menschen,
welcher politischen Richtung sie auch angehören,
die sich mühen, das Recht zu erhalten und Machtmissbrauch zurückweisen,
für all diese Menschen, Herr, preisen wir dich!

Eine Vielzahl von Organisationen und Vereinigungen verschiedenster Art
bemüht sich spontan, in der menschlichen Not zu helfen:
Not der Einsamkeit von Kindern und Greisen,
Not der Isolationshaft der Gefangenen,
Angst der Kranken und Sterbenden,
Not der Ausgeschlossenen aus unserer Gesellschaft:
der Eingeborenen, Prostituierten, der geistig Behinderten;
Not des entwurzelten Fremden unter uns.
Aber auch entfernte Not – in Überfülle uns durch die Medien nähergebracht:
Kriege, Epidemien, ungeheure Hungersnöte, Rassenhass.
Für all jene Menschen, die unablässig arbeiten,
uns zu informieren über das, was wir vergessen möchten,
die unablässig unsere Hilfe erbitten,
für diese Menschen, Herr, preisen wir dich!

Wir kennen die Namen aller Länder unter der Sonne.
Bei so vielen ist unser Herz bedrückt, wenn wir an sie denken:
Das Heilige Land, der Libanon, Irak, Iran, Südafrika, Äthiopien,
El Salvador, Nicaragua, Haiti;
aber auch Tibet, Armenien, Afghanistan, Polen oder Litauen;
Madagaskar und Sri Lanka, Chile und viele andere mehr …
Für alle diese Völker bitten wir dich:
dass sie die Hoffnung bewahren;
dass sie respektiert werden in ihrer Identität.

Lass uns einander annehmen, auf einander hören;
lass uns wachsen im gegenseitigen Verständnis,
führe uns noch tiefer in das Gebet.
Gib uns den Mut, die Niederträchtigkeit und
die Gräuel der Folter zu brandmarken;
gib uns einen friedfertigen Geist,
damit wir in der Kirche und unter den Menschen Wächter sein können,
wie du es von uns erwartest.

Im Namen unseres Herrn Jesus Christus,
der mit dir und dem Heiligen Geist lebt
als der eine Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen

Pasteur Denis Vatinel aus Poitiers
aus: „Bausteine für ACAT-Gottesdienste“